Bericht von einem Konzert im Rahmen der '2000er Club-Tour "Sie operieren wieder" (unter dem Pseudonym "Die Zu Späten")
am 02.04.2000 in der Frankfurter "Batschkapp":

(Dieses Konzert war außerhalb Frankfurts nur den Fanclub-Mitgliedern bekannt und deshalb nicht auf diesen Web-Seiten angekündigt worden !!!)


VON DANIEL METZLER:

Nachdem ich und meine 2 Kumpels uns auf die Rückfahrt von Köln über Frankfurt Richtung Heimat gemacht hatten und unterwegs noch jemanden für 10DM an unsrem Wochenendticket teilhaben liesen, ereignete sich nach dem letzten Umstieg ein Vorfall, der mal wieder den Hass auf Bullen und System anheitzte. Nachdem die Schaffnerin (sie hatte einen nicht zu übersehenden Damenbart - bäh!) uns kontrollierte kam sie zu einem Mann, der wie so viele andere ohne gültigen Fahrschein unterwegs war und dem sie erklärte, dass sie jetzt 60 Mark von ihm haben will, seinen Ausweis oder die Türen bleiben zu bis die Bullen kommen. Natürlich wollte der Typ nicht nachgeben und so schloss sie einfach die Zugtüren ab und verständigte die Bullen. So standen wir also 25 Minuten in Offenbach und warteten bis die Bullen kommen. Die Schaffnerin hatte inzwischen einen Zugbegleiter verständigt, der auf den bösen bösen Mann aufpassen sollte. Und da sich die Bullen nicht die Mühe machten sich zu beeilen witterte der Typ seine Chance, er riss sich vom Zugbegleiter los und rannte richtung Lok. Er muss geahnt haben, dass die Tür die normal zum näxten Wagen führt, hier aber an der Lok endete, nicht verschlossen war und so entkam er durch die Tür. 5 Minuten später waren die Bullen endlich da und ich muss sagen, die sahen aus als wären sie grade erst aufgestanden. Also hab ich mir die mitgenommene Klampfe geschnappt und mit meinen Kumpels erstmal BGS angestimmt, was die Bullen aber zum Glück gar nicht mitbekommen haben, weil sie ja draußen waren und die normalen Zugtüren noch immer abgeschlossen waren. (An alle Gitarristen die schon immer mal BGS nachspielen wollten, hier könnt ihr euch die Akkorde runterladen). Na toll, nachdem wir endlich am richtigen Bahnhof angekommen waren, war natürlich der Anschlussbus weg und so mussten wir noch 35 Minuten auf den näxten warten, weshalb wir eine Stunde später als geplant zu Hause waren. Am Freitag hatte ich mich schon mit einem andren Kumpel, der mit mir zum Konzert nach Frankfurt gefahren ist, für viertel vor 5 am Bahnhof verabredet. Aber weil ich letzte Nacht so wenig Schlaf hatte und auch vergessen hab meinen Wecker auf 16Uhr zu stellen, hab ich natürlich erstmal verschlafen und wurde erst von meinem Kumpel der am Telefon war geweckt. So sind wir also eine Stunde später als geplant nach Frankfurt gefahren und mit der U-Bahn zur 'Jens' während GeschwisterliebeBatschkapp getuckelt. Doch irgendwie war im Vergleich zu normalen Ärzte-Konzerten, wie auch gestern schon recht wenig vor der Halle los. Und auch heute waren die Kontrollen am Eingang wieder ziemlich nachlässig, also kein Abtasten sondern nur Rucksackkontrolle. Die Halle sieht von außen zwar aus wie eine abrissreife Fabrik, von innen aber wie geschaffen für alles was laut ist. Doch irgendwas musste heute ja schief gehn, und so war es auch. Nachdem wir endlich die Garderobe gefunden hatten, wurde uns mitgeteilt das diese heute Abend geschlossen ist, weil sie mit Kisten der Band vollgestopft ist. Was soll das denn? Kann das mal jemand rechtfertigen? Naja, wir sind dann erstmal vor zur Bühne gegangen und haben uns mal wieder auf Farins Seite gestellt. Unsre Jacken und Rucksäcke haben wir dann neben an die Wand gelegt und gehofft, dass sie da in 2 1/2 Stunden auch noch liegen. Doch irgendwie war ich mir nicht sicher, ob ich hier auf dem richtigen Konzert bin. Das Publikum sah nämlich eher so aus, als würden sie jeden Moment "Wolle Petry" brüllen. Neben mir und meinem Kumpel stand z.B. ein Junge, vielleicht 15 Jahre alt, der seine Mutter dabei hatte, die gradmal 2 Köpfe kleiner war als ich. Irgendwie hatte ich richtig Angst um die, weil die genau im Pogobereich stand und das bestimmt nicht überleben würde. Als ich mich mit meinem Kumpel genug über diese Leute lustig gemacht hatte, hab ich mal auf die Uhr geschaut und bin ertsmal erschrocken. 5 vor halb neun! Das Konzert sollte doch schon um 8 Uhr angefangen haben. Egal, für die beste Band der Welt nimmt man sogar noch 15 Minuten mehr in kauf. Nachdem also mit 40 minütiger Verspätung endlich das Licht ausging und das Debil-Intro bestimmt 10 mal ertönte, gings endlich mit "Dauerwelle vs. Minipli" los, quasi um nochmal die Mischpulteinstellungen zu checken. Irgendwie fand ich aber das Konzert im Vergleich zum Köln-Konzert am Vortag nicht so toll, was aber nicht an der Band lag (die haben auf jeden Fall mehr Quatsch und dumme Sprüche gemacht als gestern), sondern eher an der Tatsache, das meine Arme von blauen Flecken übersäht waren und sie mir beim Pogen dementsprechend weh taten. Es lag aber auch zum Großteil am Publikum. Es wollte einfach nicht richtig Stimmung aufkommen, was vielleicht daran lag, das zwar im Pogobereich vor der Bühne genug Platz war, aber ab der 15. Reihe oder so, alle ziemlich gequetscht zusammenstanden und noch nicht mal Platz genug war, um ganz normal zu hüpfen. Zur Halle ist noch zu sagen, dass sie ungefähr die gleich Größe hat wie die Kantine in Köln aber vor allem ist die Belüftung viel besser. Dann begann Farin damit, sich über Rödelheim (das ist das von Frankfurt, was St.Pauli von Hamburg ist, glaub ich) und Offenbach lustig zu machen, was zwar mit Pfiffen beantwortet wurde, ich aber nicht besonders lustig fand, obwohl ich ja ein echter Hesse bin (langsam nervt's einfach). Farin war auch bemüht, den Stagedivern zur Vorsicht zu raten, denn wenn "ich da unten stehen würde, und nen Fuß in die Fresse bekomme, würd ich zurücktreten". Doch als das nicht half, beförderte Andi die Diver nicht mehr zurück ins Publikum sondern hinter der Bühne herum wieder an den normalen Publikumeingang. Was gestern nicht klappte, gelang Farin heute umso besser. Als Bela die Sticks an die Seite gelegt hatte und zum Handtuch griff, begann er mit "Wie am ersten Tag" und freute sich riesig, dass er Bela mal wieder blosgestellt hatte. Als Rod grade die obligatorische Ansage zu "2000 Mädchen" machen wollte brüllte jemand aus dem Publikum schon die Antwort, noch bevor die Frage gestellt wurde. Das endete dann darin, dass Farin mit uns eine Runde Jeoparty spielte und dass dann auch nochmal in Zeitlupe. Nachdem wohl jemand die ganze Tour mitgereist war und die Setlist schon auswendig konnte rief er zum richtigen Zeitpunkt "Karaoke!" was Farin mit einem "Petze!" quittierte. Die Auswahl der Kandidaten dauerte im Vergleich Thorsten während 'Sie tun es' - Als Farin gesehen hat, dass ich meinen Foto hochgehalten habe, hat er genau in die Kamera und dann mich angeschaut und mit mir über Throsten gelacht (glaub ich)zu Köln viel länger. Als KandidatIN wurde ein "Jens" ausgewählt (Brian hat Bela wohl was in seine Gatorade-Flasche gemixt, denn man konnte eigentlich erkennen, dass es sich um ein Mädchen handelte) die gegen Thorsten antreten musste, der aber wenn man ihn nicht von der Seite gesehen hatte, aussah wie eine Mädchen. Jens wünschte sich "Geschwisterliebe" was mit einem nicht enden wollenden Applaus bejubelt wurde und schon vorzeitig den Sieger des Karaoke-Wettbewerbs festlegte. Zwischendrin wollte sie Farin zwar mal ins Solo singen, aber im Ganzen hat sie das Lied bestens gemeistert. Thorsten schoss aber dann den Vogel ab, als er sich den Moskito-Song "Sie tun es" wünschte und alle drei Ärzte am liebsten im Boden versunken wären. Denn keiner von ihnen wusste mehr wie das Lied zu spielen ist, geschweige denn in welcher Tonart. Farin meinte dann, dass sie es probieren würden, wenn es aber nicht klappt, wir dass ganze einfach vergessen sollten und sie nochmal von vorne anfangen würden. Doch sie wären nicht die beste Band der Welt wenn sie das nicht auch hinbekommen hätten. Vom Gesang her war es perfekt und auch die andren waren dann doch positiv überrascht wie gut das Lied geklappt hatte. Als Preise gab es diesmal einen Sack Katzenstreu für "Jens" und ein Abschleppseil für "den anderen", wie Bela ihn nannte. Nachdem sie nach "Langweilig" zum ersten Mal von der Bühne gegangen waren kamen sie wieder und nichts war mehr wie es vorher war. Farin hatte nämlich die supi Idee, jedes noch folgende Lied im Ska-Stil zu spielen, was total genial war und das eher träge Publikum nochmal richtig einheitzte. Das gipfelte dann darin dass "Elke" mal wieder völlig entgleiste und zu einem 10-Minuten-Stück wurde. Die erste Strophe wurde gleich 2mal mit verändertem Text und im original Discofunk-Stil gespielt "Auf dem Friedhof war.... es ziemlich funky, woho so richtig funky". Zwischendurch konnte man während dem Refrain immer mal kurz Pogo tanzen und ich musste jedesmal wieder lachen, wenn Farin "meine Gitarre ist ganz schön funky" Urlaub die näxte Strophe wieder im Ska-Stil spielte. Das ging dann wie gesagt so ca. 10 Minuten (Hat das vielleicht jemand mitgeschnitten, dann mailt mir bitte!) Als Ska-Krönung gab es dann noch "Mutherfucker 666" was sie wie auch "Teenager Liebe", "Meine Freunde" und "Buddy Holly's Brille" am Vortag in Köln nicht gespielt hatten, dafür wurde aber "BGS" und bestimmt noch ein paar andere Lieder aus dem Programm genommen. Farin meinte dann dass es schon ziemlich spät sei und sie jetzt gehen würden. Sie kamen aber noch ein letztes Mal "Wie, ihr seid ja immer noch da, da hinten ist der Ausgang!" und spielten "Zu Spät", natürlich auch teilweise im Ska-Stil. Zum Schluss wollten sie eigentlich wieder "Gute Nacht" A-cappella singen, was aber auch nach mehreren Anläufen nicht klappte und so sangen die dann halt "Sie kratzt, sie stink, sie klebt" A-cappella und verabschiedeten sich mit einer Rückwärts-Pyramide. Die Heimfahrt begann damit, dass wir nachdem wir aus der Halle draussen waren, nur 2 Minuten Zeit hatten, zur U-Bahn-Station zu rennen um die U-Bahn noch zu kriegen, die uns mit dem letzten Zug richtung Heimatort verbunden hat. Nachdem auch diese letzte Aktion erfolgreich gemeistert wurde, sind wir im Zug erstmal in einen Todesschlaf gefallen und am näxten Tag nicht in die Schule gegangen. Puh, das war harter Stoff!

Bilder & Text © by GoH alias Daniel Metzler



MG.Rickers, 13.04.00