2. Bericht von einem Konzert im Rahmen der '2000er Club-Tour (unter dem Pseudonym "Die Zu Späten")
am 01.04.2000 in der "Kantine" in Köln:

(Dieses Konzert war außerhalb Kölns nur den Fanclub-Mitgliedern bekannt und deshalb nicht auf diesen Web-Seiten angekündigt worden !!!)


VON DANIEL METZLER:

Da bestellt man 3 1/2 Monate vorher die Karten und hofft, dass man gesund bleibt und dann das: Am Mittwoch vor dem Konzert, nach der Probe mir meiner Band, stand ich total nassgeschwitzt 15 Minuten im eiskalten Wind an der Bushaltestelle um Heim zu fahren und hab mir auch prompt 'ne böse Erkältung eingefangen. Das kann doch nicht wahr sein! Naja, nachdem meine Übernachtungsmöglichkeit angeblich von Anfang an ausgefallen war (Hallo Wölle) hab ich mich dann am Mittwoch Abend im DZS-Chat während der Live-Übertragung vom Konzert in Leipsch mit Synthex verabredet, dass er mich und meine 2 Kumpels am Hbf in Köln abholt und uns den Weg zur Kantine zeigt. Auf der 5 stündigen Zugfahrt über Frankfurt durchs Siegerland nach Köln, haben wir unterwegs in Gießen 2 ziemlich verrückte Ärzte-Faninen im Gothic-Dress aufgegabelt, die ziemlich froh war'n, uns getroffen zu haben, weil sie, wie es sich für junge Damen nun mal gehört, keine Ahnung hatten, wie sie nach Köln, geschweige denn zur Kantine kommen sollten. (Wenn eine von Euch beiden das hier liest, mailt mir doch mal) Also sind wir mit denen dann nach Köln weitergefahrn und haben dort vergeblich nach Synthex gesucht. Ich hätte ihn sowieso nicht erkannt, weil ich nur ein altes, unscharfes Foto von ihm hab, und so sind wir erstmal runter in die Bahnhofshalle und haben die supermodernen Schließfächer gesucht. Nachdem wir also ziemlich hilflos auf dem Stadtplan den Stadtteil Nippes suchten sind wir 3 (Ich, Patrick und Fabian) mit den 2 Verfolgerinnen im Schlepptau zum Infoschalter der Deutschen Bahn gegangen und haben uns nach einer S-Bahn-Verbindung zur Kantine erkundigt. Aha, S11 auf Gleis 11, na toll. Also wieder zurück zum anderen Ende vom Bahnhof und am Bahnsteig schön brav auf die S-Bahn gewartet. Und dann stand er plötzlich vor mir: Synthex APM himself - ich hätte ihn wirklich nicht erkannt, wenn er mich nicht angesprochen hätte. Naja, wir sind dann mit unsrem und seinem Gefolge in die S-Bahn, 3 Sationen weiter wieder ausgestiegen und noch 5 Minuten bis zur Halle gelaufen. Ich war mir erst nicht ganz sicher ob wir da richtig waren. Man muss nämlich erst über einen riesigen Platz laufen, der aussieht, als würden da nachts illegal Autos verkauft. Aber als wir dann aus diversen Autos Ärzte vom Band hörten und auch schon erste Gleichgesinnte sahen, waren wir dann doch erleichtert. Doch obwohl wir ziemlich spät dran waren, war vor der Halle noch recht wenig los. Der Einlass verlief ziemlich schnell und reibungslos und die Personenkontrollen warenStefan, Thomas oder wie auch immer beim Versuch ein Ärzte Lied zu covern mal wieder mehr als fahrlässig. Wenn man wie ich einen Rucksack dabei hatte, wurde man noch nicht mal abgetastet. Ich hätte also locker 'ne Videokamera oder ein Tonbandgerät in meine Hose stecken können, aber ich hatte mich auf einen Fotoapparat beschränkt. Nachdem ich mich am T-Shirt-Stand eingedeckt und den Rucksack an der Garderobe abgegeben hatte, hab ich erstmal in Richtung Bühne geschaut und war dann doch angenehm überrascht. Die Kantine ist die beste Halle die ich bis jetzt gesehen habe. Einfach genial! Links und rechts eine Theke, hinten Garderobe, Toiletten und Ausgang. Ich bin dann mit meinen 2 Begleitern vor zur Bühne und haben uns in die 5. (oder war's die 10.) Reihe auf Farins Seite gestellt. Die Sicht war ziemlich gut, weil ich einer der größten war und so über die meisten drüber schauen konnte. So warteten wir also ein gute Stunde und als dann das Licht ausging, wurde die Halle vom bekannten Ich-bin-erst-14-und-will-Euch-ficken-Geschrei erfüllt, tststs. Das Konzert begann fast PINKtlich (Irgendwie versteh ich Stefan nicht, färbt sich die Haare zwar pink, aber sieht sonst ganz normal aus und hat sogar das T-Shirt in die Hose gesteckt) auf die Minute (was man vom Konzert in Ffm am näxten Tag nicht sagen kann) mit dem Debil-Intro vom Band, während DZS in weiße Bademäntel gehüllt die Bühne betraten. Als Opener gab's, wie schon letztes Jahr auf der Warped-Tour "Dauerwelle vs. Minipli". Doch an Pogo war jetzt noch nicht zu denken, es war mehr ein Gedrücke nach hinten um erstmal Platz für einen Pogo-Kreis zu schaffen, was noch die näxten 3-4 Lieder so weiter ging. Als näxte Stücke kamen "Westerland" was direkt in "Ohne dich" überging. Danach begrüßte der Gitarrist dieser Band uns erstmal mit einem nüchternen "Hallo übrigens!" Nachdem noch 2-3 Songs zum besten gegeben wurden, waren die Fronten vor der Bühne endlich geklärt und es konnte mit dem besten Pogo den ich bisher erlebt hab, begonnen werden. Es war weder zu hart (also keine Knalltüten, die wild um sich boxen) noch zu langsam (man muss also schon 'ne gute Kondition haben). Genau richtig um 2 1/2 Stunden Spaß zu haben und ordentlich blaue Flecken einzustecken. Was noch lustig war, ist die Tatsache, dass ich trotz meiner Größe relativ leicht bin, und so oft zum Spielball der Pogofraktion wurde. Das hatte aber den Vorteil, dass ich ziemlich oft, ganz unfreiwillig ;-) in junge, sehr hübsche Damen reigekracht bin und sie ganz zufällig an diversen Körperteilen berührt hab (sabber, lechz) Und dann war da noch das Phänomen des 30-Sekunden-Power-Pogo, soll heißen nach jedem Lied gabs 'ne Ansage, quasi als Verschnaufpause gedacht, und dann ging's 30 Sekunden richtig zur Sache, was das Pogen betrifft. Danach war einfach die Luft raus, was vor allem an der 99%igen Luftfeuchtigkeit und der Raumtemperatur von mindestens 50 Grad im Schatten des Scheinwerferlichts lag. Kurz vor dem Karaoke-Part, bin ich mal schnell auf die Toilette um mich abzukühlen und den Wasserspiegel in meinem Magen anzuheben. Als ich wieder rauskam lief plötzlich Prominenz in Gestalt von DocWölle an mir vorbei, den ich auch gleich mal grüßte. Der meinte aber nur "Ah, neue Frisur? Ist ja ganz schön warm hier drin." Und bevor ich ihm sagen konnte, dass ich ihn schon vorher im Getümmel gesehn und auf die Schulter geklopft hab, (er hatte sich umgedreht, mich aber net gesehn) war er auch schon wieder weg. Dann hab ich auch noch Vio vom Ältestenrat gesehn und ich muss sagen, sehr schick mit den langen dunklen Haaren. Dann kam also der Karaoke-Teil und ich hab mich an Gwendoline© (keine Ahnung ob sie's wirklich war, sah zumindest so aus) drangehängt und bin ihr wieder bis ganz vorne hin gefolgt. Die Kandidaten waren heute eine super-süße Schnitte aus dem Publikum, namens Daniela, die unbedingt gegen Markus von Fanclub antreten wollte. Sie entschied sich für "Opagirl" und veränderte auch sinnvollerweise den Text "je reicher je Bassist Günther versucht sich als Gitarrist zu tarnenbesser" oder "...die sich in enge Levi's Jeans pressen" was dem Farin-Imitator jedesmal ein Grinsen über alle 3 Zahnreihen entlockte. Als Belohnung bekam sie einen nicht enden wollenden Applaus vom Publikum. Dann war Markus an der Reihe und versuchte sich an "Hütchenspiel". Stefan hatte sich wohl die neue Live Platte sehr genau angehört und spielte den Mittelpart so wie auf der Live-CD, was Markus etwas verwirrte und Farin (ist kürzer zu schreiben) meinte "Improvisation ist alles". Jetzt waren wir an der Reihe und mussten per "Klatsch-o-Meter" abstimmen wer der bessere war. Daniela ging natürlich eindeutig als Siegerin hervor und bekam super nützliche Preise in Form von einem Spaten und grünen Gartenschuhen aus Holz, die mittags an irgendeiner Autobahntanke gekauft wurden. Au backe! Als Lieblingslied in "Radio brennt" bekamen wir diesmal "The bad touch" von der Bloodhound Gang zu hören. Nachdem Farin die letzten Noten vom Schlussolo von "Langweilig" gespielt hatte, gingen sie zum ersten mal von der Bühne. Und zu meiner Verwunderung nahmen einige Leute im Publikum den Abgang ernst und gingen richtung Ausgang, dabei weiß doch jeder, dass ein Ärzte-Konzert erst dann vorbei ist, wenn "zu spät" oder "Gute Nacht" bzw. beides gespielt wurde, Günther sein "Remember, I love you" ins Mikro gestöhnt hat und die obligatorische 3-Mann-Pyramide eingestürtzt ist. Irgendwann während dem Konzert (ob es erst bei den Zugaben war, weiß ich nicht mehr) bekam Schlagzeuger Volker einen Dildo mit Eiern dran zugeworfen, der sogar, wie ich am näxten Tag in Frankfurt bemerkt habe, im dunkeln leuchtet. Als Farin mal wieder ein Intro spielte, kam er mit dem Dildo hinterm Schlagzeug hervor, stellte sich vor Farin und saugte genüsslich daran, worauf Farin ziemlich laut lachen musste. Doch Bela hatte noch nicht genug, und so drückte er auf die Eier und ließ sich eine weiße Flüssigkeit in den Mund laufen und dann wieder heraustropfen. Nachdem Brian (Belas Schlagzeug-Roadie) ihm den Mund abgewischt hatte, gings weiter mit dem Lied. Ziemlich am Anfang, als es mal kurz still im Publikum war, rief jemand "Fick mich Farin!" worauf Farin antwortete "Wie, hier jetzt gleich? Ok, dann komm hoch." Das Mädchen kam dann aber doch nicht, obwohl sich Farin schon die Gitarre abgehängt hatte und er meinte dann "Immer diese leeren Versprechungen! Aber alle andren, die mich auch noch ficken wollen, stellt euch da (er zeigte auf einen Notausgang, der aussah, als würde er zu den Backstagebereichen führen) Volker liest aus einem Handbuch für Sexpraktiken vorschön in einer Reihe auf, ich komm dann und naja, wer die andren beiden noch ficken will, das geht nur über mich" Und dann musste er erstmal wieder über sich selbst lachen. A propos ficken, irgendwann kam Bela hinterm Schlagzeug hervor und kniete sich vor Farin, der ihn auch gleich angetäuschter Weise in den Arsch fickte. Was noch zu bemerken ist, ist dass sie im Vergleich zu Frankfurt ziemlich wenig Quatsch machten und auch wenig Drumsticks und Pleks ins Publikum warfen. Nachdem Farin sich während "zu spät" dauernd über Bela lustig machte sang er dann noch "...doch dann ist es zu spät, mein lieber Schlag-zeu-ger" Als letztes Stück gab es "Gute Nacht" A-Capella und dann die 3-Mann-Pyramide, die heute aber nicht so richtig funktionieren wollte und schon vorzeitig einstürzte. So viel also zum Konzert. Nachdem wir unsere Sachen an der Garderobe abgeholt und uns ein frisches T-Shirt angezogen hatten, sind wir durch leichten Nieselregen zur S-Bahn-Station gelaufen, ohne zu ahnen, was uns in dieser Nacht noch alles wiederfahren sollte. Im Hbf haben wir dann erstmal unsre Sachen aus dem Schließfach geholt und uns nach einem Schlafplatz umgesehn. Wir entschieden uns dann ganz spontan, die Bühne zu besetzten, die mal zur Einweihung des renovierten Kölner Hbfs diente. Aber wir waren nicht die einzigen, die sich da niedergelassen hatten, nein, es waren auch noch Kölner Fussball- und Eishockey-Fans und natürlich einige besoffene Mitmenschen da. Und einer von denen wollte wohl unbedingt noch vermöbelt werden, denn er sang ab ca. 0 Uhr die ganze Zeit "Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey!" Das ging dann bis um halb 2 und keiner konnte ein Auge zumachen. Der Höhepunkt war aber, als ein Penner (das soll jetzt nicht abwertend klingen) sein Gebiss rausnahm und es dem grölenden Proll hinhielt, so als wolle er ihm sagen, ich stopf dir hiermit gleich dein Maul. Auch mann was ham wir gelacht. Naja, nachdem ich dann noch bekanntschaft mit einem hübschen Mädchen gemacht hatte (nagut, sie hatte mich nach Kippen gefragt, was ich als Nichtraucher aber leider verneinen musste), und der Proll endlich ruhig war, ham wir dann schön bis um kurz vor 6 geschlafen. Wir ham dann unser Zeug gepackt und sind in den Zug richtung Koblenz. Was uns da noch passierte könnt ihr im Frankfurt-Bericht nachlesen.
 

Hier noch die Setlist, garantiert unvollständig und in falscher Reihenfolge:

Dauerwelle vs. Minipli
Westerland
Ohne dich
zu spät
Elke
Rebell
Kopfüber in die Hölle/Revolution
Schunder-Song
2000 Mädchen
Ein Lied für dich
BGS
Hütchenspiel (Karaoke)
Wie am ersten Tag
Ignorama (?)
Lest die Prawda
Radio brennt
Du willst mich küssen
Langweilig
Angeber
Hurra
Roter Minirock
Friedenspanzer
Meine Ex(plodierte Freundin)
Liebe & Schmerz
Ist das alles?
Grace Kelly
Ausserirdische
Vermissen, Baby
Opfer
Sie kratzt, sie stinkt, sie klebt
Omaboy (Opagirl-Karaoke)
Gute Nacht

Was ich vermisst habe ist: Ich weiß nicht ob es Liebe ist / Schrei nach Liebe / Der lustige Astronaut und Madonnas Dickdarm
 

Bilder & Text © by GoH alias Daniel Metzler



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MG.Rickers, 05.05.00